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Diese Anleitung zeigt, wie man sein neuinstalliertes Kubuntu-System um einige Funktionen erweitert, die man von anderen Betriebssystemen her kennt. Die Anleitung bezieht sich ausschließlich auf Kubuntu 6.04, frühere oder spätere Versionen funktionieren mit dieser Anleitung nicht oder nicht richtig.
Hat man sein System installiert und gegebenenfalls auch schon die Verschlüsselung nach der Anleitung konfiguriert, hat man ein Kubuntu/Ubuntu-System, mit dem man schon mal viele Sachen machen kann. Für alle gängigen Arbeiten ist ein Programm installiert und auch sinnvoll vorkonfiguriert, eine der großen Stärken der Ubuntu-Distribution. Aber schon bald stellt man fest, dass einige Sachen nicht gehen, wie zum Beispiel das Abspielen von MP3-Dateien. Grund ist, dass Ubuntu keine möglicherweise rechtlich fragwürdigen Programme von Haus aus mitliefert, um keine Angriffsfläche zu liefern, verklagt zu werden. Rechtlich fragwürdig heisst in dem Zusammenhang nicht einmal, dass diese Software irgendwie illegal wäre, sie ist nur nicht frei im Sinne der Gnu Public Licence oder sie enthalten Technologien, die patentrechtlich geschützt sind. Die Software kann zwar von jedem frei aus dem Internet heruntergeladen werden, aber der Vertrieb über Dritte, zum Beispiel über eine Linux-Distribution sind eingeschränkt. Um auch solche Musik oder Videos abspielen zu können müssen einige Erweiterungen, sogenannte Codecs, und ein paar Programme installiert werden. Diese Anleitung soll helfen das so schnell und einfach wie möglich zu erledigen, ohne sich großartig in das System einarbeiten zu müssen. Zusätzlich werden noch einige Programme installiert, die eigentlich zur Grundausstattung eines Computers gehören. Die Erweiterungen ermöglichen ganz nebenbei einen ähnlichen Komfort wie man es unter MacOS oder Windows gewohnt ist. Die Anleitung richtet sich ausdrücklich an Kubuntu-User. Einige Sachen lassen sich auch für Ubuntu benutzen, aber da dort der Gnome-Desktop läuft und andere Programme vorinstalliert sind, werden teilweise auch andere Sachen benötigt. Die würden sich zwar auch nachinstallieren lassen, aber da die bei Kubuntu vorinstallierten KDE-Programme Amarok (Musikwiedergabe) und Kaffein (Videowiedergabe) meiner Meinung nach sehr brauchbar sind, macht es für mich wenig Sinn, etwas anderes zu installieren, zumal sie gut in KDE integriert sind. Auch wenn es auf den ersten Moment nicht so zu sein scheint, statt über das grafische Installationsprogramm Adept, welches im KDE-Menü unter System zu finden ist, werden wir die Installation auf der Kommandozeile vornehmen. Das geht schneller und ist sogar einfacher. Letztlich muss man nichts weiter tun als die Befehle genauso abzutippen oder über die Zwischenablage zu kopieren, wie sie in dieser Anleitung aufgeführt sind. Entsprechend ist die erste Handlung eine Kommandozeile zu starten. Dazu startet man im KDE-Menü im Verzeichnis System das Programm Konsole. Es öffnet sich ein Kommandozeilenfenster, in dem wir unsere Befehle eingeben können. Um einen besseren Überblick zu haben, bietet es sich an das Fenster zu vergrößern. Als erstes brauchen wir natürlich die Zugriffsrechte um das System bearbeiten zu können. Mit den normalen Userrechten geht das nicht. Deshalb brauchen wir zuerst einmal Administratorrechte. Die erhält man mit dem Befehl
sudo su
Zur Bestätigung wird nach dem Userpasswort verlangt. Wenn alles gut gegangen ist, hat sich der Username im Prompt zu root geändert und wir haben die erforderlichen Administratorrechte. Anmerkung: Sollte man seinen Rechner schon nach der anderen Anleitung zur Verschlüsselung von Ubuntu oder Kubuntu aufgesetzt haben, kann der nächste Teil der Anleitung übersprungen werden, weil die erweiterten Paketquellen bereits installiert sind. Man kann gleich mit der Installation von Mozilla Firefox weitermachen.
Ubuntu und auch Kubuntu haben eine Liste mit Programmquellen, von wo aus Software aus dem Internet heruntergeladen werden kann. Im Auslieferungszustand kennt Ubuntu nur freie Software, wie oben beschrieben. Es gibt zwei Möglichkeiten die Liste mit den Programmen zu ändern, man sucht sich die entsprechenden Paketquellen im Internet zusammen und schreibt sie in die Liste oder man ersetzt die vorinstallierte Liste durch meine, weil ich habe mir die Arbeit schon einmal gemacht. Wir nehmen den einfachen Weg und ersetzen einfach die Liste. Aber zuerst machen wir ein Backup der originalen Liste, für den Fall, dass es ein Problem gibt. Der Befehl dazu lautet
mv /etc/apt/sources.list /etc/apt/sources.list.backup
Mit dem Befehl
wget http://users.blacksec.org/~alex/sources.list
läd man die Liste herunter, die ich zusammengestellt habe und die neben den Standardquellen auch die Quellen für unfreie Software enthält. Der Befehl
mv sources.list /etc/apt/sources.list
installiert die Liste auf dem System. Jetzt müssen die Änderungen in der Liste nur noch dem System mitgeteilt werden
apt-get update
Sollte eine Unstimmigkeit in den Paketquellen gemeldet werden, startet man diesen Befehl einfach noch einmal. Auch später lässt sich die Paketliste des Systems mit diesem Befehl updaten. Es kann natürlich auch das grafische Tool dafür benutzt werden.
Das System gleich auf den neuesten Stand zu bringen und alle Updates einzuspielen, ist sicher auch eine gute Idee, bevor man neue Software installiert. Je nachdem ob das schon mal gemacht wurde, wie viele Updates es inzwischen gibt und wie schnell die Verbindung zum Internet ist, kann das eine Weile dauern. Das Update erfolgt bis auf die Bestätigung ob man es wirklich machen möchte ohne Zutun des Users. Nachdem man folgenden Befehl gestartet hat, startet das Update.
apt-get upgrade
Jetzt wo das System soweit ist, kann es an das Installieren der Software gehen. Etwas grundsätzliches zuerst. Wenn eine Software installiert wird kommt es vor, dass diese Software ihrerseits andere Programme benötigt um richtig zu funktionieren. Diese Abhängigkeiten werden bei der Installation automatisch erkannt, aber der User wird vor der Installation noch einmal gefragt, ob das so in Ordnung ist. Im Allgemeinen kann man das immer mit Ja beantworten, insbesondere bei den Installationen aus dieser Anleitung. An einigen Stellen wird auch zur Bestätigung von Lizenzbedingungen und ähnlichen aufgefordert.
Installation Mozilla Firefox Obwohl der im KDE integrierte Webbrowser Konqueror sehr gut ist, bevorzugen trotzdem viele den Mozilla Firefox. Gerade seine Erweiterungsfähigkeit wird von vielen geschätzt. Der folgende Befehl installiert den Webbrowser Mozilla Firefox:
apt-get install firefox
Installation von Java Java (nicht Javascript!) ist eine praktische Angelegenheit und schön, wenn der Browser das unterstützt. Mit dem folgenden Befehl installieren wir Java für den Mozilla Firefox:
apt-get install sun-java5-jre sun-java5-plugin
Hier muss man die Lizenz der Software bestätigen und erklären, dass man mit den Bedingungen einverstanden ist. Ansonsten wird die Installation abgebrochen. Die Java-Installation muss dem System jetzt noch mitgeteilt werden. Das passiert mit folgendem Befehl:
update-alternatives --config java
Bei mir erscheint folgende Auswahl:
root@eris:/home/alex# update-alternatives --config java
There are 3 alternatives which provide `java'.
Selection Alternative ----------------------------------------------- 1 /usr/bin/gij-wrapper-4.1 *+ 2 /usr/lib/jvm/java-gcj/jre/bin/java 3 /usr/lib/jvm/java-1.5.0-sun/jre/bin/java
Press enter to keep the default[*], or type selection number: 2
Die Auswahl "2" ist vorausgewählt und in diesem Fall die richtige.
Installation von Flash
Flash wird im Web für die Darstellung von Animationen und Video benutzt. Da es weit verbreitet ist, wollen die meisten das natürlich haben. Mit den folgenden beiden Befehlen installiert man Macromedia Flash auf seinem Computer:
apt-get install flashplugin-nonfree update-flashplugin
Nach der Installation muss Firefox neu gestartet werden, falls er lief. Am besten den Firefox bis zum Ende dieser Anleitung nicht starten, da noch weitere Erweiterungen dafür installiert werden und der Browser sonst jedes Mal neu gestartet werden müsste.
Installation des Acrobat Reader
PDF-Dateien sind ebenfalls weit verbreitet und es ist praktisch sich diese ansehen zu können. Mit den folgenden Befehlen installiert man Acrobat Reader und die Plugins um PDF im Browser anzeigen zu können. Auch hier muss der Firefox im Anschluss neu gestartet werden, sollte er geöffnet sein.
apt-get install acroread apt-get install mozilla-acroread apt-get install acroread-plugins
Installation von Skype
Skype ist eine weitverbreitete und einfach zu benutzende Software für Internettelefonie. Der folgende Befehl installiert Skype auf dem Computer:
apt-get install skype
Installation des Realplayer
Einige Webseiten bieten Streaming Video im Realplayer-Format an. Der folgende Befehl installiert den Realplayer auf dem System:
apt-get install realplay
Installation des RAR-Packers
RAR ist ein Format zum Komprimieren von Dateien und wird unter anderen auch bei gerippten DVD und anderen Multimediacontent benutzt, um sie über Internet zu verbreiten. Leider kann der freie RAR-Packer nicht mit den Archiven umgehen, die mit der neuesten Windows-Version erstellt wurden. Das kann nur die kommerzielle Version des RAR-Packers. Der folgenden Befehle installieren den RAR-Packer auf dem System:
apt-get install rar ln -fs /usr/bin/rar /usr/bin/unrar
Multimediacodecs für Amarok und Kaffeine
Die Multimediaplayer von KDE, die auch bei Kubuntu vorinstalliert sind, sind sehr brauchbare Software, aber leider können sie zahlreiche Formate nicht wiedergeben, wie weiter oben schon beschrieben. Mit den folgenden Befehlen werden diese fehlenden Fähigkeiten installiert. Aber nicht nur die Multimediaplayer von KDE erhalten damit neue Fähigkeiten, auch der Konqueror kann damit in seiner Voranzeige Audiodateien anspielen, wenn man mit dem Mauszeiger über eine Audiodatei fährt. Dieses Feature wird unter Anzeige/Vorschau/Sounddateien aktiviert.
apt-get install libxine-extracodecs apt-get install libk3b2-mp3 (MP3 für k3b) apt-get install libakode2-mpeg apt-get install libarts1-mpeglib apt-get install libquicktime0 wget -c http://users.blacksec.org/~alex/w32codecs_20060611-0.0_i386.deb dpkg -i w32codecs_20060611-0.0_i386.deb
DVD-Wiedergabe von verschlüsselten DVD
Die meisten DVDs, die im Handel erhältlich sind, sind verschlüsselt und vom Kaffein-Videoplayer nicht abspielbar. Die beiden folgenden Befehle installieren die entsprechende Software.
apt-get install libdvdread3 /usr/share/doc/libdvdread3/examples/install-css.sh
Obwohl es eigentlich nicht nötig ist Linux nach der Installation von Software neu zu starten, rate ich an dieser Stelle trotzdem dazu. Es wurden möglicherweise viele Updates installiert, darunter auch systemnahe Libraries oder der Kernel. Diese werden erst mit einem Neustart des Systems wirksam.
Alexander Heidenreich
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